24.

18:43:00



Schon als ich ein kleines Mädchen war, verband ich mit der Zahl 24 einen seltsamen Aberglauben. An einem 24. hatte ich Geburtstag, an einem 24. war Weihnachten. In der Grundschule war ich die Nummer 24 in der Klassenliste. Irgendwie war ich mir sicher, so lange mich die 24. begleitete konnte wenig schief gehen und wenn doch etwas schief ging, dann wäre es bei einer anderen Zahl bestimmt noch viel schlimmer schief gegangen. Generell ist die 24. doch auch eine wunderschöne Zahl. So schön gerade, teilbar durch ganze acht Zahlen.


Ich kann mich noch gut daran erinnern am Skilift zustehen und aufmerksam zu verfolgen welche Nummern die Liftbügel oder Gondeln hatten, die die Menschen vor mir in der Schlange zu greifen bekamen. Die Nervosität wenn die Zahlen langsam nach oben zählten. 20. 21. 22. 23... . Die Freude wenn ich zufällig genau bei der 24 an die Reihe kam und die verwirrten Blicke, wenn ich jemanden vorließ, weil nur ein oder zwei Nummern bis zur 24 fehlten. Tatsächlich bin ich mit einem 24er Bügel nie aus dem Lift gefallen. Ich bin aber auch generell nicht oft gestürzt. Heute ist mir klar, dass da viel mit meiner Einstellung zu tun hatte. Ich war davon überzeugt, dass nichts schief gehen konnte, so lange ich mit der 24 fuhr, also fuhr ich automatisch sicherer. Self-fulfilling Prophecy. Bis heute erfüllt mich die Zahl immer noch mit einer Menge unbegründetem Selbstvertrauen. Der Tag an dem ich damals meinen Führerschein bestand war der 24. Juli 2012. Als meine besten Freunde in Frankfurt einen Schrebergarten anmieteten und er zufällig die Nummer 24 hatte, war ich mir sofort sicher, dass wir hier viele schöne Tage verbringen würden.

Aber warum erzähle ich das überhaupt alles? Heute ist nicht nur der 24. August, sondern auch mein 24. Geburtstag. 24 Jahre. Auch wenn ich längst nicht mehr an magische Zahlen glaube, fühlt sich dieser Tag doch wichtiger und bedeutender an, als alle anderen meiner Geburtstage zuvor. Selbst wichtiger als der 18. Wie albern das ist, war mir schon klar, bevor ich es auf geschrieben habe. Und jetzt wo ich es so lese noch viel mehr. Aber es ist trotzdem die Wahrheit. Ich erwarte viel von diesem Jahr, vor allem weil ich so wenig erwarte. 24 scheint das erste Jahr zu sein, in dem ich keine Fragen mehr an die Zukunft habe. Ich weiß zwar genauso wenig wie eh und je darüber, aber zumindest scheinen die relevanten Dinge für den Moment geklärt zu sein. Mein Studium ist beinahe zu Ende.. Ich fühle mich so Zuhause wie noch nie in dieser Stadt und ich habe eine Arbeitsstelle gefunden, die sich für mich nicht wie Arbeit, nicht wie Zwang anfühlt.  Hier wo ich jetzt gerade, in diesem Moment bin, mit all den Menschen in meinem Leben, die mir so viel geben, könnte ich problemlos die nächsten 50 Jahre bleiben. Auch wenn da eine Sache wäre, die es noch vollkommener machen würde. Also blase ich die Geburtstagskerzen dieses Jahr mit einem ganz besonderen Wunsch im Herzen aus. Aber über seine Geburtstagswünsche spricht man ja bekanntlich nicht. 
Also glaube ich eben doch wieder an die Magie der 24. 
Ganz fest. Ganz fest. 

Liebe Grüße,

 

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4 Kommentare

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