Die Moortochter

23:07:00

 

Thriller, Rezension, Spannung, Buch, Karen Dionne, Moortochter

Karen Dionne

Verlag: Goldmann
Seitenanzahl: 384
broschiert
Preis: 12.99

ISBN:  978-3-442-20535-6 

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Die Hütte am Fluss wirkt genauso wie die Hütte aus den Erzählungen der Protagonistin und auch die Atmosphäre des Bildes passt sehr gut zur Geschichte. Den Titel des Buches finde ich etwas unpassend übersetz. Im Original lautet der Titel "The Marsh King's Daughter", was übersetzt so viel bedeutet wie "Die Tochter des Moorkönigs". In dem Buch wird immer wieder genau dieses Märchen von Hans Christian Andersen erwähnt und sogar

Als Helena noch ein Kind war lebte sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater in einer kleinen Moorhütte im Wald, fern von jeder Zivilisation. Sie vergöttert ihren Vater, der ihr nicht nur Jagen beibringt, sondern auch Fährtenlesen und verbringt jede freie Minute mit ihm in der Natur. Erst als sie 12 Jahre alt ist, muss sie erkennen, dass ihr Vater ein gefährlicher Psychopath ist, der ihre Mutter als 14-Jährige verschleppt und missbraucht hat und sie seit diesem Tag gefangen hält. Sie und ihre Mutter entkommen und ihr Vater wird letztendlich verhaftet. Jahre später hat Helena längst selbst eine Familie, als sie aus dem Radio erfährt, dass ihr Vater aus dem Gefängnis ausgebrochen und im Moor untergetaucht ist. Helena weiß, dass ihre Familie in Gefahr ist und das niemand ihren Vater so gut kennt wie sie. Sie bricht auf, um ihn selbst zu finden. Wohl wissend, dass alles das ihr wichtig ist auf dem Spiel steht.

Karen Dionne hat früher mit ihrem Mann und ihrer Tochter weit weg vom Schuss in der Upper Peninsula gelebt. Dort in der Wildnis hat sie viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln können, die sie in "Die Moortochter" nun gut einbringen konnte.

Die Moortochter hat mir ziemlich gut gefallen. Ein Wechsel aus Rückblicken und Szenen aus der Gegenwart zieht sich durch das gesamte Buch und lässt einen sowohl Einblicke in Helenas Kindheit und ihre Beziehung zu ihrem Vater gewinnen, als auch in ihr jetziges Leben. Ich fand ihre Perspektive super interessant. Als Tochter eines Entführers ist ihr zwar bewusst, dass ihr Vater schlimme Dinge getan hat, sie ist jedoch auch nicht in der Lage ihn zu hassen. Ihre Kindheitserinnerungen sind zwar durchzogen von überzogenen Strafen, einem strikten Regiment und Gewalt, positive Erinnerungen überwiegen jedoch. Durch die Abgeschiedenheit der Familie hat Helena keinen Vergleich zu anderen Familien und empfindet das Verhalten ihrer Eltern als normal. Wie jedes Kind liebt sie ihren Vater und ringt um seine Anerkennung. Ihr Vater ist ein unheimlich manipulierender Mensch, der zu jeder Zeit die Kontrolle über alles behalten will und weder seinem Kind gegenüber, noch vor seinem Entführungsopfer vor Gewalt zurück schreckt. Die Familie lebt vom Jagen, jedoch scheint er oft übertrieben viele Tiere zu schießen. Oft nur ihres Felles wegen, dass sich in der Scheune längst Meterhoch stapelt. Auf mich wirkte er von Anfang an unheimlich dominant und aggressiv, weswegen Helenas Schilderungen in mir oft für gemischte Gefühle gesorgt haben. Es gibt kaum andere Charaktere in der Geschichte, die wirklich detailliert beschrieben werden. Helenas Ehemann erfährt erst durch den Ausbruch davon, wer Helenas Eltern waren und auch Helenas Mutter hätte mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Sie wirkt sehr unscheinbar und zurückhaltend und spielt in Helenas Kindheit eine sehr passive Rolle. Durch die vielen Rückblenden war der eigentliche Handlungsstrang für mich teilweise zu zerrissen und kurz. Die eigentliche Handlung spielt sich zusammengefasst nur auf wenigen Seiten ab, wodurch für mich nicht immer genug Spannung aufgekommen ist.
Zusammengefasst würde ich dem Buch solide vier von fünf Punkte geben. Der Schreibstil und die Schilderungen sind sehr schön zu lesen. Vor allem die Rückblenden und Helenas Schilderungen ihrer Kindheit haben mir sehr gut gefallen. Teilweise hätten die Charaktere jedoch noch besser ausgearbeitet werden können und der Handlungsstrang in der Gegenwart hätte etwas mehr Liebe benötigt.






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2 Kommentare

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