Schattenblüte- Die Wächter

22:12:00


Schattenblüte
Die Wächter

Nora Melling

Verlag: Rowohlt
Preis: 14.95 Euro
ISBN: 978-3-86252-010-7

Klappentext:
Ein uralter Kampf.
Eine unsterbliche Liebe.

Silvester in Berlin. Noch einmal sind Luisa und Thursen zurück gekehrt in den Wald. Dorthin, wo ihre Liebe begann, als Thursen noch ein Werwolf war. Luisa möchte den Tod ihres Bruders hinter sich lassen, endlich wieder glücklich sein.
Doch die Vergangenheit holt sie ein: Während überall ausgelassen gefeiert wird, stoßen sie auf eine übel zugerichtete Leiche. Thursen weiß sofort: Dafür ist einer der Wölfe verantwortlich. Während er immer öfter im Wald verschwindet, bleibt Luisa allein zurück. Dann lernt sie Elias kennen. Ist ihre Liebe zu Thursen stark genug? Lusia ahnt nicht, dass Thursen und Elias ein schreckliche Geheimnis verbindet.

Cover:

   

Ich finde das Cover nicht ganz so schön wie das letzte. Der Kette nach zu urteilen, müsste das Mädchen auf dem Cover Luisa sein, aber wie beim letzten Band, bin ich mir nicht hundertprozentig sicher. Das Zeichen in ihrem Gesicht verwirrt mich und der Haarfarbe nach und wegen der Blume die darin steckt, könnte sie auch Sjöll sein. Das würde auch besser zum Titel passen. Die Mädchen auf den beiden Covern sind verschieden. Die eine hat ein langes Pony, die andere ein kurzes. Auch die Augen wirken komplett anders, die des Mädchens von „Die Wächter“ fast unnatürlich Silber und glänzend. Das wäre noch ein Punkt der für Sjöll spricht. Vielleicht hat sich Luisa aber auch einfach nur verändert. Naja, schön ist es trotzdem. Man schaut es sich gerne an.

Darum geht es:
Luisa und Thursen können Silvester kaum erwarten. Endlich endet das schlimmste Jahr aller Zeiten und die beiden wollen das Nächste vollkommen neu und ohne Trauer und Tod beginnen. Der Abend verläuft wunderschön, aber bereits auf dem Weg nach Hause macht ihnen das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. Verborgen im Dickicht und vollkommen entstellt, liegt die Leiche eines Mannes im Wald, definitiv Opfer eines Wohlfangriffs. Luisa kann nicht fassen, wie ruhig Thursen mit der Situation umgeht und als er die Täter dann auch noch deckt, fällt sie aus allen Wolken. Thursen schützt Mörder und je mehr sie darüber nachdenkt, desto klarer wird, dass auch er während seiner Zeit als Wolf getötet hat. Immer öfter lässt er sie alleine und verschwindet zu seinem alten Rudel. Luisa stellt ihn zu Rede und erfährt, dass Thursen als Leitwolf einen Eid leisten musste, der ihn an das Rudel bindet. Auch wenn er selbst kein Wolf mehr ist, an den Eid ist er trotzdem gebunden. Als Luisa wieder einmal alleine S-Bahn fährt bekommt sie mit wie eine Gruppe von Teenagern einen Jungen verprügelt. Sie zieht den Fremden aus der Schussbahn. Der Fremde ist aber nicht einfach nur irgendein schutzloser Junge sondern ein hochrangiger Shinanim: Ein Engelskind. Er führt eine Gruppe von Kriegern an, die aktiv in das Leben der Menscheneingreifen und damit die alte Garde der Schutzengel wieder aufleben lassen wollen. Luisa geht Elias nicht mehr aus dem Kopf. In ihren Augen hat er die Entschlossenheit gesehen, die ihm bei seinen Leuten immer gefehlt hat. Während Thursen wiedereinmal nicht da ist, besucht er das Mädchen und nimmt sie mit ins Krankenhaus, wo er kranken Kindern Gesellschaft leistet.
Für Luisa ist der Ausflug die Hölle und reißt sämtliche alte Wunden an die Erinnerung an den Tod ihren Bruders wieder auf. Thursen wollte sie danach eigentlich abholen, versetzt sie aber. Daraufhin nimmt Elias sie mit zu sich. Sie freunden sich an. Vielleicht sogar mehr? Was macht Thursen ständig im Wald? Wieso werden immer mehr Menschen getötet und warum stockt Thursens Rudel plötzlich so an Mitgliedern auf? Wovor oder vor wem fürchten sie sich?

Die Autorin:
Nora Meling wurde 1964 in Hamburg geboren. Heute lebt sie, ebenfalls wie ihre Protagonistin, zusammen mit ihrem Mann Sven und ihren Kindern Jule, Simon, Lena und Sophie, in Berlin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Meine Meinung:
Der zweite Band der „Schattenblüten-Reihe“ überragt seinen Vorgänger in vielen Punkten.
Durch das Auftauchen der Engel wird die Geschichte fantasievoller und umfangreicher.
Waren die Werwölfe im ersten Band einfach nur eine Gruppe traumatisierter Jugendliche, die durch die Verwandlung vor sich selbst flüchteten und sich ab und an in Gefahr brachten, lernen wir nun eine ganz andere Seite kennen. In den Köpfen der Wölfe hat nur noch ein einziges Wort, ein einziges Gefühl Platz: Rache. Dieses Gefühl kontrolliert sie und macht sie für die Menschen gefährlich. Auf der anderen Seite stehen die Engel, die nicht begreifen können, zu welchem Zweck und wieso die Wölfe so weit gehen. Für sie sind sie nichts als Mörder.
Elias ist sehr sympathisch und offen. Er will die Welt verändern, will nicht länger nur zusehen und im Nachhinein die Scherben aufsammeln.
Er will verhindern, dass es überhaupt zu Unglücken kommt und erntet für diese Idee nicht nur Zustimmung. Dadurch, dass das Buch immer abwechselnd aus Luisas und Elias Sicht erzählt, kommt auch keine Seite zu kurz. Auch Luisa verändert sich langsam. Sie will nicht einfach nur warten bis Thursen wider kommt. Sie hat genug davon nicht die ganze Wahrheit zu kennen.
All die Halbwahrheiten und Lügen machen sie schier wahnsinnig. Dann gerät sie auch noch mit dem Rudel aneinander. In diesem Band wird endgültig klar woher der Titel der Reihe stammt und ich finde die Idee wirklich süß. Die Wölfe scheinen endlich zu verstehen, dass man nicht einfach alle schmerzlichen Erinnerungen verdrängen kann. Die Toten werden nicht vergessen.
Das Ende fand ich fantastisch. Ich will nicht zu viel verraten, aber es war wirklich, wirklich gut. Voller Gefühl, voller Angst, Spannung und Verzweiflung. Wenn man dann auch noch den fantastischen Schreibstil beachtet, der sich seit dem ersten Band sogar noch gesteigert hat, kann ich nicht anders als 5 von 5 Leaves zu vergeben. 




Einen großen Dank an Rowohlt Polaris für die Bereitstellung dieses Leseexemplares 

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