Pinguine lieben nur einmal

20:57:00

Pinguine lieben nur einmal






Verlag: blanvalet

Taschenbuch

Seiten: ca 428



Preis: 9.99 Euro

ISBN: 978-3-442-38044-2






Gehen wir auf deine oder meine Eisscholle?
Felicitas (nur ihre Mutter nennt sie so, ihre Freunde sagen Feli zu ihr) ist kompliziert. Ordnung findet sie überbewertet. Deshalb hat sie auch kein Bücherregal. Und sie schämt sich nicht dafür, dass sie süchtig nach dem sat1 „Family Movie” am Dienstag ist, der so schön vorhersehbar ist – Happyend garantiert! Denn leider passiert es nicht oft, dass die Dinge so laufen, wie sie das gerne hätte. Lange dachte Feli, dass es Prinzessinnen-und-Prinz-auf-weißem-Ross-Beziehungen nur im Fernsehen gibt – bis sie Janosch vor die Füße fällt … Und so fangen doch die großen Liebesgeschichten an oder etwa nicht?

Das Cover wäre normalerweise nicht mein Fall, passt zu diesem Buch aber wie die Faust aufs Auge. Ich persönlich hätte den Hintergrund aber nicht gelb gemacht sondern dezenter (grau, weiß...irgendetwas in die Richtung). Das liegt aber daran, dass ich diese Frauenliterauroptik nicht so mag, aber da das Buch ja genau das ist, gibt es ja eigentlich nichts zu kritisieren. Oh und der Maulwurf macht nach ein paar Seiten auch so viel mehr Sinn. Aber es ist eben doch diese Frauenliteraturopik... Okay halten wir fest, dass es zur Geschichte passt, mir aber trotzdem nicht wirklich gefällt
Feli ist das Chaos in Person und die Nummer eins im „In Fettnäpfchen treten“. Zusammen mit ihrem coolen Mitbewohner Cem lebt sie in einer WG und feiert ihr Studentendasein. Das heißt bei ihr so viel wie: Den Family Movie im Fernsehen suchten und Harry Potter anbeten. So perfekte Liebesgeschichten wie sat1 sie produziert, wird es im Leben so oder so nie geben. Als Janosch in die Wohnung unter ihr zieht ändert sich diese Einstellung in dem Moment, in dem sie ihm vor die Füße fällt und dann auch noch etwas kolossal dummes sagt, aber mal ehrlich: Woher hätte sie bitte wissen sollen, dass er blind ist? Obwohl sie den unhöflichen Griesgram eigentlich einfach ignorieren solle nimmt dieses unglückliche zusammentreffen sie so sehr mit, dass sie sich unbedingt bei ihm entschuldigen will und damit nimmt das Chaos seinen lauf...





Kyra Groh arbeitet Hauptberuflich als Werbetexterin und wurde 1990 geboren. Zur Zeit lebt sie in Selingenstadt und hat zuvor in Gießen studiert.

Zur Zeit versuche ich ja ein kleines bisschen aus meinen festgefahrenen Genren auszubrechen, denn sind wir mal ehrlich immer nur Dystopie oder Fantasy tut auf Dauer keinem gut. Bei der Buchmesse wurde uns unter anderem dieses Buch vorgestellt und als der Verlag es mir zugeschickt hat, habe ich gedacht ich probiere es mal mit was neuem. Ich hatte sehr geringe Erwartungen an dieses Buch, denn Frauenliteratur steht ziemlich weit unten auf meiner Wunschliste. Ich wurde aber absolut positiv überrascht!
Feli ist ein absolut glaubwürdiger Charakter. Sie ist Studentin, lebt in einer WG und sollte eigentlich langsam mal anfangen erwachsen zu werden, aber dafür bleibt ja noch genug Zeit. Sie beschriebt sich selbst als nicht gerade schlank, aber ich weiß nicht ganz was ich davon halten, denn ich kenne eigentlich keine Frau, die anders über sich selbst denkt. Wenn sie wirklich richtig übergewichtig sein sollte, wäre das für mich sogar ein negativer Punkt, denn „Das dicke Mädchen und der Blinde“ klingt in meinen Ohren viel zu klischeehaft. Das vermittelt die Idee, dass jemand der nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, nur von jemandem der nicht sehen kann geliebt werden kann. „Das Mädchen mit zu wenig Selbstbewusstsein und der Blinde“ hätte da schon eine ganz andere Aussage. Es würde zeigen, dass es auf die inneren Werte ankommt und das man nicht sehen können muss, um jemanden wirklich „zu sehen“.
Sind wir mal ehrlich, Feli ist viel mehr als nur Äußerlichkeiten, genauso wie Janosch viel mehr ist als nur ein Junge, der nicht sehen kann. Janosch ist enorm mürrisch und hat laut seiner Mutter schon als kleines Kind jedem ein schlechtes Gewissen wegen seiner Behinderung gemacht. Um ehrlich zu sein ist er den Großteil der Zeit ein richtiges Arschloch und ich fand ihn etwa so sympathisch wie eine Stechmücke. Trotzdem hat es die Autorin geschafft nachvollziehbar zu zeigen, wieso Feli sich in ihn verliebt und das misslingt Autoren oft.


Die Charaktere des Buchs sind alle sehr unterschiedlich und gut ausgearbeitet. Jeder hat irgendwo seine kleinen Macken und Eigenheiten. Das macht die Charaktere aber nur umso liebenswerter. Gerade Felis Mitbewohner Cem, der zwar einerseits verzweifelt versucht den Ramadan einzuhalten, andererseits aber gekonnt ignoriert, dass seine Religion seine Homosexualität nicht gerade toleriert (Aber auf humorvolle Art und Weise), hat mich ziemlich schnell für sich eingenommen.

Alles in allem vergebe ich 4 von 5 Punkte. „Pinguine lieben nur einmal“ ist ein sehr lockeres Buch für zwischendurch, mit einer tollen Liebesgeschichte und glaubwürdigen Charakteren. 




  Vielen Dank an den Verlag für diese Überraschung und das nette Interview auf der FBM.
 Liebe Grüße,

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1 Kommentare

  1. Das Buch habe ich durch Blog dein Buch lesen dürfen und ich fand es echt toll und sehr emotional :D

    Liebe Grüße
    Jessi
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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