Deine Lippen so kalt

21:25:00

Deine Lippen so kalt

Amy Garvey

Verlag: cbj
gebunden
Seiten: ca 314

Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3-570-15332-1







Wren.” Gabriel packt wieder meinen Arm, fester diesmal, zerrt mich von der Straßenecke weg und in den Schutz eines gewaltigen Ahornbaums. “Wren, was hast du getan?”
Niemand weiß von Wrens magischen Kräften. Und niemand weiß, dass sie ihre erste große Liebe Danny nach dessen Autounfall mithilfe eines Beschwörungszaubers aus dem Tod zurückgeholt hat. Bis sie Gabriel trifft: Er spürt, was sie vor allen anderen verbirgt. Vergeblich versucht Wren, sich von Gabriel fernzuhalten - zu gut tut es, endlich jemanden zu haben, der von ihrem großen Geheimnis weiß. Aber darf Wren sich in Gabriel verlieben, obwohl es Danny gibt, der, gefangen in einer Zwischenwelt, jede Minute auf sie wartet?
Wenn Liebe zu einem Fluch wird … Eine herzzerreißend schöne Liebesgeschichte!
Ich mag das Cover wirklich gerne. Die Farben sind mal etwas anderes, die Zeichnungen geben dem Bild einen ganz eigenen Charme und irgendwie ist alles sehr stimmig. Ich finde dieses Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert, auch wenn das Cover nicht viel mit der Geschichte zu tun hat. Man hätte es auch auf jede andere beliebige Liebesgeschichte beziehen können. Trotzdem ist es schön. Bei dem Englischen gefällt mir vor allem die Schriftart ziemlich gut.
Wren ist anders als normale Mädchen. Die Frauen in ihrer Familie besitzen seit Generationen magische Fähigkeiten, aber über dieses Geheimnis reden sie nicht einmal untereinander. Deswegen hat auch niemand eine Ahnung wie mächtig Wren tatsächlich ist. Als ihre große Liebe Danny stirbt, wagt sie das unaussprechliche und holt ihn zurück ins Leben. In ihrer Trauer begreift sie nicht was ihre Handlung Danny und ihr selbst antut. Er ist nicht mehr der selbe und je länger Wren versucht ihn vor der Außenwelt versteckt zu halten, desto schwieriger und gefährlicher wird es für die beiden. Doch dann taucht Gabriel auf. Dieser Junge, der sie einfach nur ansieht und sofort alles über sie zu wissen scheint. Alles, auch über Danny. Nach und nach muss sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Danny Zurück zu holen ein Fehler gewesen ist und das manche Fehler unverzeihlich sind und dich alles kosten können.
Amy Garvey war Lektorin, bevor sie sich ihrer wahren Berufung, dem Schreiben, widmete. Sie ist Amerikanerin und lebt zur Zeit in Pennsylvania. Sie beschreibt sich selbst als Autor und Leser, Ehefrau und Mutter, guten Freund, leider auch des Aufschiebens, Kuchen Fanatikerin und Teesüchtige. „Deine Lippen so kalt“ war ihr erster Roman.
Mit „deine Lippen so kalt“ verschwand eine weitere SuB Leiche von meinem Stapel. Ich hatte das Buch schon seit über zwei Jahren in meinem Besitz und absolut keine Ahnung um was es ging, also war ich von Anfang an sehr unvoreingenommen. Vielleicht ist es etwas ungünstig gerade bei diesem Buch von einer SuB „Leiche“ zu sprechen, denn dieses Thema zieht sich quasi durch die ganze Geschichte.
Wren ist ein Teenager und wir lernen sie sehr verschlossen und zurückhaltend kennen. Sie scheint keine Freunde zu haben und niemandem richtig zu vertrauen, zumindest auf den ersten Blick. Tatsächlich hätte sie sogar sehr gute Freunde, aber seit ein Jahr zuvor ihr Freund Danny gestorben ist, geht sie jedem aus dem Weg. Niemand darf erfahren, dass Danny gar nicht mehr auf dem Friedhof unter der Erde liegt, sondern in der Garage ihrer Nachbarin auf sie wartet. Sie wirkt verzweifelt und dieses Gefühl geht bei Lesen langsam auf den Leser über. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es für Wren sein musste.
Danny lernen wir eigentlich als zwei verschiedene Personen kennen. Danny früher und Danny heute. Er ist kein wirklicher Mensch mehr. Er erinnert sich nicht an seinen Tod und lebt nur noch für den einen Zweck: Wren zu lieben. Das ist alles, das ihn beschäftigt und sorgt dafür, das er beinahe ausrastet, wenn sie nicht gerade in seiner nähe ist. Ich hatte von Anfang an eine unheimliche Abneigung gegen ihn. Ich meine er ist tot, hat keinen Herzschlag mehr, ist quasi eiskalt. Wie kann man so jemanden küssen? Wie erträgt man seine Nähe überhaupt? Vor allem wenn man die Person, die er früher war, so geliebt hat. Er hat dafür gesorgt, dass ich das ganze Buch lang ein total flaues Gefühl in der Magengegend hatte.
Ich hatte ein sehr trauriges Buch erwartet, vor allem weil das Hauptmerkmal ja auf dem „Gehen lassen“ einer geliebten Person liegt. Trauerbewältigung steht ganz vorne. Wren weigert sich Danny los zu lassen und manövriert sich dadurch in eine grauenhafte Situation. Sie selbst ist ständig am Boden und fast schon depressiv. Ich empfand das Buch deswegen nicht wirklich als traurig, sondern als bedrückend und fast schon unangenehm. Ich würde das Gefühl als dumpf, fast schon taub bezeichnen. Sollte ich das Buch in einer Farbe beschreiben würde ich grau wählen. Nicht wirklich schwarz, nicht wirklich weiß und irgendwie sehr oberflächlich. Ich konnte weder die Verliebtheit zwischen Wren und Danny, noch die zwischen ihr und Gabriel wirklich nachvollziehen.
Auch die ganze Magie Geschichte war mir zu oberflächlich. Wren ist also so etwas wie eine Hexe. Aha. Ihre Oma und ihre Tante auch, genauso ihre Mutter. Gut zu wissen. Aber warum redet dann bitte niemand darüber? Was ist passiert, das ihre Mutter dazu gebracht hat die Magie zu verleugnen und wieso? Es hat mich einfach wütend gemacht, wie sehr diese Frau auf blind geschallten hat.
Alles in allem finde ich das Buch schwer zu beurteilen. Einerseits fand ich es okay, die Grundidee sogar ziemlich gut, aber die Umsetzung bricht der Story ein bisschen das Genick. Was mir wirklich positiv aufgefallen ist, ist der wunderschöne Schreibstil. Die Autorin versteht es Dinge sehr schön zu beschreiben und sich sehr wortgewandt auszudrücken. Ich vergebe 3 von 5 Punkten. Das Buch ist okay, aber auch nicht mehr. Es hat mich einfach nicht umgehauen.


 Liebe Grüße,

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