Renegade- Tiefenrausch

14:45:00


Renegade
Tiefenrausch
 
J.A. Souders

Verlag: iVi (Piper)
Preis: 16.99 Euro
ISBN: 978-3-492-70281-2

 












  




 

Klappentext:

„So viele Erinnerungen, alle verloren. So vieles, was ich mir zurückholen muss... Wieder Einmal. Bis sie mir das nächste mal alles wegnehmen. Aber diesmal nicht. Diesmal nicht!“

Evie ist eine Gefangene, ohne es zu wissen- und ihr scheinbar perfektes Leben eine einzige Lüge. Genauso wie alles in Elysium, der paradiesischen Stadt am Grunde des Ozeans. Erst als Gavin, ein Bewohner der Oberfläche, in ihre Welt eindringt, gelingt es Evie, aus ihrem tiefen Rausch zu erwachen- und zu erkennen, dass ihre eigene Mutter ihr größter Feind ist!

Cover:

Ich finde das Cover eigentlich perfekt. Der gläserne Tropfen in dem das Mädchen gefangen ist, symbolisiert die Glaskuppel Elysiums ausgezeichnet. Beides gleicht einem Gefängnis. Die Farben sind großteils blau, wobei der pinke Schriftzug und das pinke Leseband einen guten Kontrast bilden. Das Buch selbst ist violett und glitzert und funkelt. Schlagt man es auf sind die Buchdeckel (ganz hinten und ganz vorne) ebenfalls lila und durchzogen von Luftblasen. Das einzige, das mich stört, ist die Haarfarbe des Mädchens. Alle Bewohner Elysiums sind nämlich hellhäutig, haben hellblondes Haar und blaue Augen. In diesem Punkt unterscheidet sich auch Evie nicht von den anderen.  Das englische Cover ist auch ganz hübsch. Am besten gefällt mir das Fenster ins Meer im Hintergrund. Sonst erinnert mich das Cover aber ein bisschen zu sehr an Dornröschen.

Geschichte:

Evelyns Leben ist perfekt. Sie lebt in einem perfekten Haus, hat einen perfekten Garten. Mutter hat ihr sogar ein paar perfekte Verehrer vorgestellt, damit sie ihrem Staat möglichst bald ein paar  perfekte Kinder schenken kann. Es ist fantastisch, dass man sie zur Verpaarung zugelassen hat. Jeden Tag geht sie routinemäßig zu ihrem Therapeuten und das ist gut so, denn es ist so schön jemanden zum reden zu haben. Als Tochter des Volkes muss sie ein Vorbild sein. Mutter hat sie als ihre Tochter erwählt und das ist eine Ehre. Irgendwann wird sie Elysium leiten und vor den verdorbenen Oberflächenbewohnern schützen. Doch dann taucht Gavin auf. Der Junge dessen Haare eine Spur zu dunkel sind und der so seltsame graue Augen hat. Der Junge von der Oberfläche. Eigentlich sollte sie ihn hassen und verabscheuen, denn schließlich sind alle von da oben grausame, unzivilisierte Wilde. Aber der Fremde ist so vollkommen anders, als Mutter immer behauptet. Er ist irgendwie...nett? Ohne zu wissen wieso hilft sie ihm und versucht ihn nach Haus zu bringen. Gavin öffnet ihre Augen für die Wahrheit und macht ihr klar wie falsch ihr Leben doch ist. Seltsame Erinnerungen brechen plötzlich über sie herein, die sie niemals haben dürfte und ihr wird klar, dass sie ihren Erinnerungen und vorallem den Worten der Mutter nicht trauen kann. Wer ist sie wirklich und welches Geheimnis verbirgt Elysium, die Stadt am Grund des Meeres?

Die Autorin:

Jessica Souders hatte schon immer viel Fantasie, deshalb wunderte es keinen, dass sie bereits mit dreizehn Jahren zu schreiben begann. Sie ist verheiratet und lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Florida. Renegade ist ihr erster Roman. Sie ist Mitglied in vielen Creative Writing Workshops und meint selbst, dass sie "nie wirklich erwachsen geworden ist". Sie nahm ihre Fantasiefreunde aus der Kindheit einfach mit in ihr Leben und begann über sie zu schreiben.



Meine Meinung:

Ich bin immer noch sprachlos. Dieses Buch hat all meine Erwartungen ums hundertfache übertroffen. (Und meine Erwartungen waren schon unfassbar hoch). Die Stimmung und Atmosphäre des Buches ist von Anfang an bedrückend und macht es fast unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Die Protagonisten wirkt wie gelähmt oder unter Drogen gesetzt. Auf Fragen  antwortet sie immer mit den gleichen einprogrammierten Phrasen, von denen sie absolut überzeugt zu sein scheint. Immer wenn sie irgendwie unpässlich auffällt schickt Mutter sie zu ihrem Therapeuten. Nach den Sitzungen fühlt sie sich jedes mal so seltsam, auch wenn sie es nicht genauer benennen kann. Blackouts und Erinnerungslücken plagen sie. Manchmal sagt sie etwas und kann sich Minuten später nicht mehr daran erinnern. Ich habe vor allem zu Anfang oft eine Gänsehaut bekommen.  MUSSTE einfach weiter lesen, weil ich unbedingt wissen wollte was genau in Elysium vor sich geht. Die Mutter wirkt vom ersten Moment an kalt und hartherzig. Vor allem ihre Garde, ihre Vollstreckerinnen, haben mich schockiert. Junge Mädchen, fast noch Kinder, die ohne jegliche Emotionen Menschen töten. Noch schlimmer fand ich, dass Evie das vollkommen normal empfand. Als sie Gavin erzählt, dass man den Mädchen bei ihrer Ausbildung in den Gehirnen herum pfuscht um so ihre Emotionen und Erinnerungen zu vernichten, erwidert sie nur schulterzuckend: „Wie soll man eine Dreijährige den sonst zur Vollstreckerin machen?“ (So oder so ähnlich.) Sie war einfach so beeinflusst und gesteuert, dass mir schlecht wurde. Gavin kommt von der Oberfläche und lebte dort, wo vor dem großen Krieg, eins Nordamerika gelegen hatte. Für ihn ist das Leben in Elysium absolut falsch. Das System und die Skrupellosigkeit, mit der Mutter versucht den perfekten Menschen zu züchten und zu erziehen macht ihn sprachlos. Er bemerkt sofort, dass auch mit Evelyn einiges nichts stimmt und spricht sie direkt darauf an. Je mehr sich das Mädchen ihrem neuen Freund zu- und  von ihrer Mutter abwendet, desto deutlicher wird die Veränderung die mit ihr vorgeht. Ich habe generell noch nie von einer so rapiden Persönlichkeitsentwicklung gelesen wie in Renegade.  In einem anderen Buch hätte es künstlich gewirkt, aber durch die künstlich produzierte Umgebung und die künstliche Veränderung von Evies Bewusstsein, war es genau richtig. Die Beziehung von Gavin und ihr ist einfach nur wunderschön und romantisch. Ich kann nichts daran aussetzten. Es ging weder zu schnell, noch fand ich es an irgendeinem Punkt kitschig. Kitschig ist generell das letzte Wort, dass ich für dieses Buch verwenden würde. An manchen Stellen ist es wirklich brutal und grausam. Es gibt viele Tote, viel Blut und einige Horrorelemente. Die Geheimnisse die nach und nach gelüftet werden sind allesamt  schockierend und verstörend. Vor jedem Kapitel stehen irgendwelche Auszüge aus Informationsbroschüren, Ansprachen oder Regelwerken, die Elysium noch kälter erscheinen lassen.  Einen harten Kontrast zu diesen Eindrücken bilden die wunderschönen Beschreibungen von Evelyns Garten und vor allem die der Kuppel und dem Meer darüber. Ich stelle es mir einfach atemberaubend vor, Schwärme von bunten Fischen und riesige Wale über meinem Kopf hinweg ziehen zu sehen. Diese Szenen hat die Autorin einfach meisterhaft beschrieben. Ich bin einfach vollkommen begeistert und dieses Buch ist mein neues Lieblingsbuch. Deshalb vergebe ich auch 5 Leave. Wenn ich könnte würde ich sechs geben, aber das lässt mein Bewertungssystem nicht zu.





Ein gigantisches Dankeschön für dieses tolle Rezensionsexemplar an den Verlag.


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4 Kommentare

  1. ...sehr schöne Rezension :-) ich fand das Buch auch super. Eine Dystopie, die mal etwas anders aufgebaut ist...

    LG

    Kay

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    1. Ich fand es wirklich mal innovativ. Außerdem liebe ich das mehr :) Grausame Bücher finde ich immer toll- Zombies, viele Tote, viel Blut...- wenn das Buch dann acuh noch romantisch ist, dann bin ich weg XD

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  2. Hey Franzi, ich wollte dich nur mal dran erinnern, dass du mir heute deinen Beitrag zu Cassia&Ky schicken solltest, da ja Freitag schon das erste Match der beiden ist. (;

    Liebe Grüße,
    cityrella

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  3. Hey! Bin gerade, auf der Suche nach einem Bild von Renegade, auf deinen Blog gestoßen und dank dem Schicksal für diesen kleinen Stupser in die richtige Richtung, denn dein Blog ist wirklich toll. Super Rezi! ^-^
    Liebe Grüße,
    Hasi

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