Starters

19:37:00


Starters

"Dein Körper gehört uns!"

Lissa Price

Verlag: ivi
Preis: 15.99 Euro
Seiten: ca. 400
gebunden
ISBN: 978-3492702638

Klappentext:  
Deine Zukunft gehört dir...
1.   Vorsichtig! Sie haben den Körper eines anderen  Menschen gemietet.
2.   Es ist nicht gestattet, den gemieteten Körper zu verändern oder zu verletzen.
3.   Wir haften nicht für illegale oder gefährliche Aktivitäten, die Sie mit dem gemieteten Körper ausüben.
...doch dein Körper gehört uns!

Cover:

                                                                                                                                                           

Ich finde das Cover wirklich toll gewählt. Die streng nach hinten gebundenen Haare geben dem Mädchen etwas Puppen-, fast Roboterhaftes und die Gesichtszüge sind nicht zu erkennen. Ich finde zur Geschichte passt es deshalb perfekt, denn egal wen du vor dir hast, nur weil du sein Gesicht siehst, weißt du noch lange nicht mit wem du es zu tun hast. Nimmt man den Umschlag ab, schimmert das Buch blau und das Lesebändchen strahlt in einem hellen Metallic-blau. Das englische Cover kenne ich schon etwas länger. Ich finde es nicht ganz so schön wie das deutsche, aber das Mädchen erinnert mich irgendwie an Elle Fanning und ich finde es eigentlich sehr schön.


Die Geschichte:
Eine Epidemie hat die Menschheit stark dezimiert. Damals wurden nur die Menschen geimpft, die als besonders schwach und anfällig galten. Sämtliche Kinder und Senioren. Das Ergebnis war katastrophal, denn allein diese Menschengruppen waren es, die am Ende überlebten. Gleichzeitig wurde die Lebenserwartung der Überlebenden, durch den medizinischen Fortschritt stark erhöht, wo durch die Enders über 200 Jahre alt werden können. Es gibt also zum einen die Starters, Jugendliche zwischen einem und 25 Jahren, meistens arbeitslose, arme Waisen und die eher reichen Enders, Senioren zwischen 80 und 250 Jahren. Die Waisen, die keine Großeltern oder andere Verwandten mehr vorweisen können, werden von der Regierung gnadenlos verfolgt und in spezielle Institutionen gebracht. Diese Orte sind weit gefürchtet und kommen Erziehungsheimen gleich, voller Gewalt und Angst. In dieser Welt versucht Callie zu überleben. Sie gehört zu der Gruppe illegaler Hausbesetzer, die versuchen der Regierung nicht in die Hände zu fallen und sich deshalb auf der Straße durch schlagen. Das Mädchen ist aber nicht alleine. Ihr kleiner Bruder Tyler ist erst sieben und leidet an einer Lungenkrankheit. Für seine Genesung bräuchte sie Medikamente, aber das Geld dafür auf zu treiben ist so gut wie unmöglich. Als sie von der Body Bank, einer geheimen Institution, erfährt, die ausgewählten Jugendlichen die Möglichkeit gibt ihren Körper an reiche Enders zu vermieten, willigt sie schweren Herzens ein. Die Bezahlung ist astronomisch und die Chance, ihrem Bruder zu helfen und in ein echtes Haus zu ziehen, kann sie nicht verstreichen lassen. Nach unterzeichnen des Vertrags wird sie auf der Stelle zu ihrer ersten Buchung geschickt. Drei braucht sie um ihren Vertrag zu erfüllen und bezahlt zu werden. Die ersten beiden verlaufen auch problemlos, aber dann erfährt sie, dass die letzte einen ganzen Monat dauern wird. Als sie dann auch noch in viel zu teurer Kleidung und einem High Society Club zu sich kommt, weiß sie, dass etwas schief gelaufen ist. Die Verbindung wurde zu früh gekappt und jetzt findet sie sich in einem Leben wieder, das nicht ihr gehört. Callie weiß nicht was sie machen soll. Wenn sie zur Body Bank zurückkehrt, wird sie vermutlich nicht bezahlt, aber sie ist auf das Geld angewiesen. Tyler ist darauf angewiesen. Dann hört sie auch noch eine seltsame Stimme in ihrem Kopf, die sie anfleht nicht zu gehen. Mit der Zeit wird alles nur noch komplizierter. Was hatte Helena, ihre Mieterin, mit ihrem Körper vor und was ist geschehen, dass es schief lief? Und dann wäre da auch noch Blake, der Callie einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.
  
Die Autorin:
Lissa Price lebt in Kalifornien und ist verheiratet. Sie arbeitet als Drehbuchautorin und lebte bereits in Japan und Indien. „Starters“ ist ihr erster Roman und wird jetzt schon als bestes Debüt der letzten Jahre gehandelt. *Zu ihrer Homepage*



Meine Meinung:
Die gesamte Atmosphäre der ersten Szenen ist sehr düster und man kann gut nachvollziehen, warum Callie vor lauter Verzweiflung bereit ist ihren Körper zu vermieten. Die Gewalt und die Armut auf den Straßen, die Angst und Unsicherheit. Man lernt sie generell sehr gut kennen und ich fand sie von Anfang an sympathisch. Ihr kleiner Bruder Tyler ist fantastisch beschrieben und wenn die Autorin bei ihren Lesern einen Beschützerinstinkt wecken wollte, dann hat sie dies zumindest bei mir erreicht. Ich fand eigentlich alle Charaktere gut gezeichnet und nachvollziehbar. Besonders Helena ist interessant und hat mein vollstes Verständnis. Die gesamte Umgebung und Zeit hat mich einfach überzeugt. Eine Welt in der es nur noch Kinder und Senioren gibt, ist an sich ja nichts neues. (Siehe: Ashes- brennendes Herz) trotzdem wurde es ganz anders umgesetzt. Die Jugendlichen werden einfach nicht ernst genommen und seid mal ehrlich: Wie denken denn die Senioren unserer Zeit über die junge Generation? Ich kann mir gut vorstellen, dass so etwas auch bei uns passieren könnte. Als Callie zu früh erwacht, ist sie verzweifelt und vollkommen überfordert. Sie weiß einfach nicht was sie tun soll. Sie trifft auf lauter Teens, die sich dann doch als Mieter herausstellen und denken sie wäre auch einer. Dazu kommt der plötzliche Reichtum. Dann auch noch all diese Dinge über Hellena und die Body Bank zu erfahren, muss erschreckend sein. In dieser Misere ist sie nicht mehr als eine Marionette. Sie ist nur Teil des Stücks, weil sie gerade da war und weil es irgendjemand beschlossen hat. Die Liebelei mit Blake steckt voller Höhen und Tiefen. Ich muss sagen, dass mich das Ende, im Bezug auf ihn umgehauen hat. Generell spielt die Autorin mit ihren Lesern. Zwischen all den Enders, Starters und Mietern, weiß man eigentlich nie genau mit wem man es zu tun hat. Stell die vor, du küsst jemanden und erfährst später, dass du eigentlich einen 90 Jährigen geküsst hast. Bekommt noch jemand bei der Vorstellung ne Gänsehaut? An manchen Stellen erinnert das Buch leicht an „Seelen“, nur aus der Perspektive des Übernommenen. Ich finde die Zustände in „Starters“ aber schlimmer, denn hier wissen nur wenige von den Machenschaften der Body Bank. Ich schätze mal, es lässt sich nicht verheimlichen, dass mich das Buch schwer beeindruckt hat. Zu der fantastischen Geschichte und der ansprechenden Gestaltung, gesellt sich auch noch ein sehr angenehm zu lesender Schreibstil.
Ich kann also nicht anders, als volle Punktzahl zu geben: 5 von 5 Leaves für den tollen Auftakt einer Trilogie.



Die Fortsetzung wird voraussichtlich unter dem Titel „Enders“ erscheinen. 

Der englische Trailer zum Buch:




Ein riesiges Dankeschön an iVi für die Bereitstellung dieses fantastischen Leseexemplars. Ich bin wirklich froh es gelesen zu haben.

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1 Kommentare

  1. Schöne Rezension! Ich möchte das Buch auch bald lesen und bin schon sehr gespannt darauf! :D

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