Du denkst, du weißt, wer ich bin.

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Du denkst, du weißt, wer ich bin

Em Bailey

Verlag: Egmont INK
Preis: 17.99 Euro
ISBN: 978-3-86396-023-0


Klappentext:
Wir wussten zwei Dinge über Miranda Vaile, bevor sie an unsere Schule kam.
Erstens: Ihre Eltern waren tot.
Zweitens: Sie waren tot, weil Miranda sie umgebracht hatte.

Die Gerüchte über die Neue lassen Olive zuerst völlig kalt. Nie im Leben würde eine Mörderin an ihrer spießigen Schule angenommen. Aber dann wird Miranda ausgerechnet von der Klassenprinzessin Katie auserkoren, den Platz an ihrer Seite einzunehmen. Diese Freundschaft hat etwas Unheimliches an sich. Man könnte fast meinen, die seltsame Neue würde von Katies Wesen Besitz ergreifen. Ist an dem ganzen Gerede doch etwas dran? Ist Miranda vielleicht wirklich eine Mörderin?

Cover:
                                                                                                                              

  

Ich finde das Cover einfach perfekt. Die blauen Augen sind nicht nur wunderschön, sondern haben auch etwas sehr eindringliches, fast schon gefährliches an sich. Selbst auf der Rückseite, auf welcher die selben Augen geschlossen abgebildet sind, erwartet man ständig, dass sie sich öffnen. Man hat dieses Bild im Kopf und wenn man die Rückseite betrachtet, denkt man automatisch an die Forderseite. Irgendwie unheimlich. Der große Schriftzug wurde perfekt gesetzt und macht das Buch nur noch besonderer. Die englische Cover passen zwar besser zum Inhalt, gefallen mir aber nich ganz so gut.

Die Geschichte:
Olive hat in der letzten Zeit viel durch gemacht und sehr viele Fehler. Sie schließt mit dem Leben, das sie früher einmal geführt hat, ab. Beliebt sein, gutes Aussehen, nichts von all dem hat für sie noch eine Bedeutung. Sie fängt an sich anders zu kleiden, weniger darauf zu achten was sie trägt und distanziert sich von ihren damaligen Freunden. Halt gibt ihr nur noch ihre Freundin Ami, die ihr in jeder Hinsicht gleichgesinnt scheint. Damals, als ihre Welt zu Bruch gegangen ist, gab es viele Gerüchte über sie in der Schule. Ständig wurde hinter ihrem Rücken getuschelt, zumindest hatte es sich so angefühlt. Deshalb gibt sie auch nicht viel über das, was über Miranda Vaile, bereits vor ihrem ersten Tag an der Schule, erzählt wird. Dieses zerbrechliche, graue Mädchen soll ihre Eltern umgebracht haben? Wohl kaum. Ihre Lehrerin bekräftigt diese Einstellung noch: „Das Mädchen
war noch ein Baby, als ihre Eltern starben“, sagt sie. Mit der Zeit verlieren die anderen Schüler das Interesse an der Neuen, aber je länger Olive sie beobachtet, desto unbehaglicher fühlt sie sich.
Wie ein Schatten beginnt Miranda heimlich der Klassenprinzessin Katie zu folgen. Ahmt ihren Stil nach, die Frisur. Jeden Tag sieht sie ihr ähnlicher. Anfangs ist Katie gar nicht begeistert über ihren neuen Fan. Sie behandelt sie wie Dreck, schnauzt sie in aller Öffentlichkeit zusammen, aber das Mädchen lässt nicht locker. Plötzlich erscheinen Katie und Miranda überall zusammen auf der Bildfläche. Das Mädchen hat den Platz an Katies Seite eingenommen. Den Platz, der früher Olive gehört hatte. Unfassbar. Generell erinnert nichts mehr an das unscheinbare Mädchen, das neu auf die Schule kam. Sie ist nicht mehr so ungesund dünn. Ihre Haare glänzen in dem gleichen Blondton wie Katies. Ihr Auftreten macht jedem sofort klar, wer die neue Königin an der Schule ist, während Katie selbst immer mehr abbaut. Niemand merkt wie schlecht es ihr geht.
Niemand scheint Miranda in Verdacht zu haben. 
Niemand außer Olive, aber die ist nicht einmal in der Lage sich selbst zu trauen, denn ihr Kopf sagt ihr nicht immer die Wahrheit...

Die Autorin:
Em Bailey ist Australierin, lebt zur Zeit aber in Deutschland. „Du denkst, du weißt wer ich bin“, ist ihr erster Jugendroman und wurde ursprünglich in Baileys Muttersprache Englisch verfasst und unter dem Titel: Shift veröffentlicht.

Meine Meinung:
Ich bin immer noch leicht verwirrt. Die Geschichte ist sehr komplex aufgebaut und wurde gut durchdacht. Euch ist aufgefallen, dass ich in meiner Inhaltsbeschreibung nie erwähnt habe, was genau Olive getan hat? Das liegt daran, dass ich es sehr lange selbst nicht wusste.
Ständig wirft Em Bailey dem Leser Bruchstücke vor die Nase, macht konfuse Andeutungen. Es braucht sehr lange bis man Olives Geschichte vollständig begreift, oder zumindest das  Gefühl hat, als hätte man es. Andauernd reißt sie einem den Boden unter den Füßen weg, immer und immer wieder. Es macht kaum Sinn wieder aufzustehen, denn sie schont ihre Charaktere selten. Wenn man dann im Nachhinein noch einmal darüber nachdenkt, wirkt plötzlich alles logisch und nachvollziehbar. Es gibt so viele Andeutungen, so viele Hinweise, aber man nimmt sie einfach nicht sofort als solche war. Deshalb kann ich es euch nicht erzählen. Es würde das Buch zerstören und die Geschichte regelrecht zerreißen. Ich kann bis heute nicht sagen, ob „Du denkst, du weißt, wer ich bin“, nur ein Thriller oder auch leicht Fantasy-angehaucht ist. Kurz dachte ich, ich wüsste es. Ganz am Ende, aber dann habe ich nachgedacht. Miranda kannte Olives Schwächen und sie ist nicht die Art Mensch, die ihren Vorteil nicht ausnützen würde. Wollte sie Livy nur verwirren und aus dem Konzept bringen? Hat sie mit ihr gespielt oder hat sie vielleicht doch die Wahrheit gesagt? Ich glaube nicht, aber ich kann es trotzdem nicht sicher sagen. Ich habe meine ganz eigene Theorie, aber auch die behalte ich lieber für mich. Die Charaktere sind wirklich gut beschrieben. Wie schon gesagt ist Olivia unglaublich undurchsichtig. Wenn ich näher darüber nachdenke, sind das so gut wie alle Charaktere. Da wäre zum einen Katie. Bailey hätte sie auch ganz anders zeichnen können. Eingebildet, arrogant, fies, hinterhältig, der Stereotyp der Klassenzicke eben, aber das hat sie nicht getan. Zumindest nicht nur. Irgendwie fängt man an sie zu mögen und fühlt mit ihr. Lachlan ist genau so wie Miranda neu an der Schule. Er ist sehr attrakiv, der typische Sunnyboy und Mädchenschwarm. Für ihn wäre es ein leichtes beliebt zu werden, aber das interessiert ihn herzlich wenig. Er merkt schnell das Olive anders ist als die anderen Mädchen und das macht ihn neugierig. Wieder denkt man, man kennt ihn und dann... Käsekuchen, der Junge verbirgt wohl doch mehr als es zuerst den Anschein hat. Zu Miranda sag ich einfach mal gar nichts.
Wie kann ich für jemanden Mitleid empfinden, der so ist? Ich habe es trotzdem getan. Es ist unfassbar, unbeschreiblich. Der Schreibstil ist flüssig und schön zu lesen, die Geschichte neu und zu tiefst verstörend. „Du denkst, du weißt, wer ich bin“, ist eins dieser Bücher, dass einen ununterbrochen mit Fragen quält. Man will ständig wissen, wie es weiter geht und es ist schwer aus der Hand zu legen. Ich mag die Art und Weiße in der das Buch mit dem eigenen Verstand spielt. Es ist verstörend, aber man muss sich darauf einlassen. Wer ständig alles hinterfragt und jeden Satz wortwörtlich nimmt, wird nicht viel Spaß dabei finden. Deshalb vergebe ich 5 von 5 Leaves, denn ich war beeindruckt.



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1 Kommentare

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